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erstellt am: 26 Jan, 2022

Ein Zeichen gegen Antisemitismus

FSV-Fans und FSV-Fanprojekt präsentieren Gedenkwand im Ostpark

Frankfurt-Bornheim. Unter Anleitung des FSV Fanprojekts, einer vom Verein finanziell unabhängigen Sozialpädagogischen Einrichtung der Sportjugend Frankfurt, haben jugendliche Fans aus der aktiven Fanszene in Eigeninitiative Ex-Präsident Alfred J. Meyers ein Denkmal gesetzt, das auch allen Opfern des Nationalsozialismus gedenkt.

Weithin für die Öffentlichkeit sichtbar entstand am nordwestlichen Eingang zum Frankfurter Ostpark in den letzten Monaten die Gedächtniswand an Alfred J. Meyers, dem „Vater des Bornheimer Hang“. Eine Gedenktafel gibt zusätzliche Informationen und Hinweise zu den historischen Ereignissen. Auf einer entsprechenden Internetseite (QR-Code auf der Gedenktafel) können sich Besucher des FSV Fanprojekts und interessierte Besucher des Ostparks über Ex-Präsident Meyers und über die Verfolgung und Ermordung durch das Naziregime informieren. (Den QR-Code finden Sie auf dem angehängten Gedenktafel-Foto).

Foto: FSV-Fanprojekt der Sportjugend Frankfurt

27. Januar ist „Erinnerungstag im Deutschen Fußball“

Am 27.Januar findet alljährlich der „Erinnerungstag im deutschen Fußball“ an die Opfer des Nationalsozialismus statt. Das Datum geht auf die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz am 27.1.1945 zurück. Diesen Tag nehmen auch Fans des Fußballsportverein Frankfurt zum Anlass, um einem der wichtigsten Menschen in der Geschichte ihres Vereins zu gedenken.

Alfred J. Meyers war Präsident des FSV von 1929-1933. In seiner Amtszeit zog der Verein von der Seckbacher Landstraße an den Bornheimer Hang, wo eines der modernsten Fußballstadien Europas der damaligen Zeit entstand. Der „Bornheimer Hang“ ist auch noch heute Heimstätte des FSV und Synonym für die familiäre Verbundenheit des Vereins zu seinen Fans und zum Frankfurter Stadtteil Bornheim.

FSV-Präsident Meyers wurde von Nazis abgesetzt

Meyers, der jüdischen Glaubens war, konnte jedoch die Früchte seiner Arbeit nach der Einweihung des Stadions nicht mehr miterleben. Auf Beschluss der herrschenden Nationalsozialisten wurden jüdischen Sportlern, Funktionären und Mitgliedern das Wirken in den Vereinen verboten. Präsident Meyers wurde für abgesetzt erklärt und die Nazis übernahmen auch die Kontrolle über den Verein FSV. Um weiterer Verfolgung zu entgehen, musste Meyers in die USA fliehen. Um weiterer Verfolgung zu entgehen, musste Meyers in die USA fliehen. Erst in den 50ger-Jahren kehrte Meyers nochmals an den Ort seiner früheren Frankfurter Wirkungsstätte zurück, ehe er 1956 in den USA verstarb.

Über 6 Millionen jüdische Menschen, Sinti und Roma, Menschen mit Behinderung, Homosexuelle und Menschen, die nicht der Ideologie des Naziregimes entsprachen, wurden ermordet.

Foto: FSV-Fanprojekt der Sportjugend Frankfurt

Kein abgeschlossenes Geschichts-Kapitel

„Wir haben als FSV Fanprojekt sehr gerne diese Initiative der Fans unterstützt und gefördert. Antisemitismus im Sport und in der Gesellschaft sind leider ein wieder zunehmendes Problem. Mit dem Gedenken an FSV Präsidenten Meyers wird Jugendlichen deutlich gemacht, dass die Nazi-Zeit kein abgeschlossenes, abstraktes Kapitel aus dem Geschichtsunterricht ist. Was damals geschah ist auch heute noch von großer Bedeutung und Teil des Alltags“, so Peter Heering, Leiter der sozialpädagogischen Einrichtung. „Antisemitismus Ohne Meyers gäbe es heute kein Stadion am Bornheimer Hang. Diese Erinnerungstafel soll zusammen mit der Gedächtniswand auch ein Mahnmal sein, damit sich dieser dunkle Abschnitt deutscher Geschichte nie wieder ereignen kann.“

„Interaktiver Lehrpfad“ für Frühjahr 2022 geplant

Für das Frühjahr 2022 ist bereits durch eine Zusammenarbeit mit der Initiative „Zusammen1“, Makkabi Frankfurt und dem Sportverein Gudesding – der selbst vor einigen Jahres Opfer antisemitischer Angriffe wurde – die Einrichtung eines interaktiven Lehrpfades rund um den Ostpark, den Bornheimer Hang und den Stadtteil Bornheim geplant. Die einzelnen Stationen dieser modernen Version einer „Schnitzeljagd“ richten sich besonders an Schulklassen und Jugendliche.   Peter Heering/Jochen Golle

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